
Nach einem etwas anderem, aber sehr reich beschenktem Weihnachten machten sich Phillip (der mittlerweile aufgrund der teilnahme an einem anderen Austauschprogramm schon wieder in Deutschland ist) und ich, uns in den Norden Costa Ricas (Region Guanacaste) auf, der gerade in der Zeit nach Weihnachten besonders sehenswert ist!
Die angenehm leeren straßen brachten uns nach 3 stündiger Autofahrt und insgesamt 6 Polizeikontrollen auf der Strecke (AM 1 WEIHNACHTSTAG !!!) ins Zentrum (Hauptstadt der Region) Libreria! Ein kurzer Einkauf im Supermarkt, der uns unser Überleben sichern sollte, und danach ging es dahin, wofür die Region hauptsächlich bekannt ist: die z.t. echt sehr schönen Strände!
Playas del Coco, der von Libreria sehr leicht, mit dem Auto c.a. eine halbe Stunde wegliegt, stellte sich eher als Anfangsenttäuschung heraus, da hier schon der Bau von Luxushotels rundherum begonnen, hatte und eher nicht empfehlenswert ist! Dafür überzeugte der c.a. 20 Minuten entfernte "Playa Hermosa", der übrigens seinem Namen alle ehre macht
(hermoso/a= wunderschön), umso mehr und das zuletzt auch noch durch die Costa Ricanischen Familien, die hier auf Grillende Art und Weise, gutgelaunt ihren 1. Weihnachtstag verbrachten!
Da es leider keine billigunterkünfte in Playa Hermosa gab, mussten wir dann doch wieder zurück nach Playas del Coco, wo wir glücklicherweise direkt fündig wurden!
Der darauffolgende Tag sollte dann an dem doch gerade unter Nordamerikanischen besuchern (Gringos) sehr bekannten Strand von Tamarindo ein gemütlicher Surftag bei optimal kleinen Übungswellen werden! Da wir jedoch mit unserem Reiseführerwissen schon so weit waren, dass auch leider dieser Strand nicht so billigunterkunftsreich war, machten wir uns zum 30 Minuten entfernten, doch eher kleiner und verschlafenem Playa Brasilito auf, der uns einen Campingplatz bot, bei dem wir zum ersten mal das schlafen im Auto ausprobieren konnten, worauf Phillip von Anfang an ziemlich scharf war! Zu empfehlen ist es meiner Meinung nur dann, wenn man wirklich keine andere Möglichkeit hat, da doch gerade die Eingewöhnungzeit im wahrsten Sine des Wortes sehr "hart" und unbequem war! Von Anfang an war aber klar, dass unser Lebensstil möglichst nicht die 10 Dollar Grenze am Tag überschreiten sollte, sodass es doch so sein musste!
Da wir schonmal beim Lebensstil und Konsumverhalten angekommen sind, hier eine kleine Kurzbeschreibung dessen, was wir die ganze Zeit über eingehalten haben:
Am Morgen ein bisschen Cornflakes mit einer Packung Milch.... bis c.a. 2 wo wir uns ein Baguette teilten und meistens Frischkäse als Dip benutzten.... Abends dann meist 500 gr Spagetthi mit fertiger Tomatensauce und Rühreiern! Das anfängliche Zügeln meines Verlangens nach einem dicken Eis und/oder Burger King ließ dann glücklicherweise mit der Zeit nach und nach c.a. 4 Tagen ging ich in dem doch Anfang sehr ungewöhnlichen Lebensstil komplett auf!
Reisemäßig ging es bei uns am nächsten Tag weiter südlich nach dem wir 2 Stunden am direkt agrenzenden Strand Playa Conchal verbrachten mit echt vielen fies eingeölten Ticos die auf der Suche nach Mädchen wirkten wie eine Horde Löwen auf Frischfleisch!
Die Nacht verbrachten wir dann bei Phillips Gastbruder der mit einigen seiner Freunde am abgelegenen und eigentlich nur per Allradantrieb zu erreichendem Playa Avellanas campte, surfte, grillte und Abends mit allen Party machte! Soviel zu seinen Hauptaktivitäten, denen wir uns dann doch gerne bis zum nächsten Morgen anschlossen und dabei noch einen Sternenhimmel sahen, der selbst den aus Kreta schwarz aussehen ließ!
Nach dem morgens Erfolglosen surfen, ging es dann am nächsten Tag bis ganz nach unten in den Süden, der weiter Weg war, als es anfangs auf der Karte aussah. Das Hauptproblem war aber weniger die Entfernung als vielmehr der irgendwann fehlende Teer auf der Straße, der besonders mir, mehr und mehr sorgen um meinen Toyota Tercell, Baujahr 1992, machte! Als 30 Kilometerlange Offroadpiste durch die Pampas, stellten sich die Gefühlten 4 Zitterstunden und die Einsicht, dass man Malpais, was unser nächstes Ziel war, leider auch nicht hätte anders erreichen können, ein! Lerneffekt für mich war, dass Teer eines der höchsten Güter der Menschheit ist und wir uns alle glücklich schätzen können darauf fahren zu dürfen!!
Für den Strand jedenfalls hatte sich die bisher längste und anstrengendste fahrt dann doch gelohnt und obwohl auch die Suche nach einem günstigen Hostel anfangs vergeblich war, konnten wir hinterher dann doch noch einen Campingplatz mit öffentlicher Küche finden, die uns wiedereinmal zu guten Spagetthi mit Ei Kochen verhalf !
Am nächsten Vormittag durfte ich dann das bisher erfolgreichste und schönste Surfen am Strand von "Malpais" genießen! Die Wellen, das Wetter und das Erfolgserlebniss richtig durch die Welle und nicht im weißwasser gesurft zu sein, machten die 4 Stunden, in denen wir uns die Boards ausliehen perfekt!
Ursprünglicher Plan war dann zum nördlich gelegenen Strand "Samara" zu fahren, der, wie wir beim Tanken dann aber erfuhren, über noch schlechtere Straßenverhätnisse zu erreichen war, sodass wir uns entschieden an den weiter südlich nahgelegenen Strand von Montezuma zu fahren wo wir dann zufällig Sophia (eine andere Freiwillige) und ihren Freund trafen, die sich ähnlich wie wir auf der Rundreise befanden! Wir ließen den Tag, müde vom Surfen, in einem günstigen Hostel ausklingen!
Die unbedingt sehenswerten Wasserfälle von Montezuma bestiegen wir am nächsten Tag, was sich hinterher als nicht ungefährlich herausstellte, da teilweise Klettern ohne jegliche sicherung erforderlich war! Nicht zu empfehlen also für dicke, unsportliche oder Leute mit Höhenangst! Einmal angekommen jedoch schien es als sei man im Paradies! Mehrere Wasserfälle von denen ein c.a. 12 Meter hoher zum herunterspringen einlud, glasklares sauberes Wasser und eine Liane machten den spaß Perfekt!
Nachdem ging es nocheinmal mit Sophia und ihrem Freund nach Malpais zurück um den rest des Tages nocheinmal unter besten Bedingungen an den Surfskills zu pfeilen!
Am 31. waren alle Deutschen, von Isabell (andere Freiwillige), auf einer Finca von deren Gasteltern eingeladen! Da ich die Gesundheit meines Autos nicht aufs Spiel setzen wollte, ging es von der Halbinsel auf der wir uns befanden (Nicoya), mit der Fähre auf das Festland (Puntarenas) zurück! Von dort aus fuhren wir dann die schon einmal gefahrene Strecke nach Librearia, wobei die Finca am nächstgelegenden Strand (Playas del Coco), den wir schon Anfags besuchten, lag! (Wahrscheinlich per Text schwer nachvollziehbar, sodass die Karte oben die Strecke nocheinmal verbildlicht)!
Obwohl der Tag Anfangs mit dem vielen Autofahren, besonders für mich, anstrengend und ermüdent war, stellte sich das feiern ins neue Jahr mit der netten Costa Ricanischen Familie als echt etwas besonderes heraus! Über das viele tanzen, trinken und das Neujahrsschwimmgehen im eigenen Pool hat sich dann auch keiner beschwert!
Wer denkt, dass der 1. Januar ein rein verkaterter Tag war, der irrt sich! Zum Frühstück wurde Konterbier getrunken und kurz darauf verteilte der Opa der Familie (der besonders darauf aus war die Leute reihenweise abzufüllen) die ersten Wodka shots, sodass die Silvesterparty erst am 1. Januar um c.a. 7 Uhr Abends, zumindest für die meisten, gelaufen war!
Nachdem mehr oder weniger alle am nächsten Morgen ihren Kater ausgeschlafen hatten, ging es für mich weiter mit Erik, da Philip schon am 6. Januar die Heimreise antrat und vorher in San Jose sein musste!
Herzlichen Dank übrigens an dieser Stelle an Phillip, der mit mir die 5 Tage ein echt guter Campanero war!
Nachdem wir einen kleinen Abstecher nach Tamarindo ins preisgünstige und empfehlenswerte "Pura Vida" Hostel machten auf zum noch einzig Aktivem Vulkan Costa Ricas , dem"Arenal"! Die Strecke, die auf der Karte, nicht mehr als 3 Stunden lang aussah, war dann doch eine 7 stündige Tour, die mich echt umhaute und mich gut schlafen ließ! Trotzdem machten die Landschaften, die man durchfuhr vieles wieder gut! Auffällig war zudem noch, dass man kaum die Zone der Strände verlassen hatte und sich schon von der Landschaft her erst in Nordschottland fühlte und danach irgendwo im Dschungel!
Der Ort "La Fortuna" der direkt am Fuße der nicht mehr aktiven Seite des Vulkanes liegt, bietet schnelle Verbindungen zu allen Attraktionen rundum den Vulkan, sodass Erik und ich dort in einem außergewöhnlich Preisgünstigen Hostel verblieben!
Der darauffolgende Tag wurde dann zu einem Trip, verbunden mit einer kleinen Wanderung, an die Wasserfälle von La Fortuna gemacht, die man bisher nur von Destkophintergründen von Windows Vista kennt!
(Um sich selbst ein Bild zu machen, Fotoalbum steht bereit)
Da der Eintrittspreis, der hergerichteten Thermalquellen für Besucher, unser Budget sprengte, machte uns ein guter Tipp von unserem Hostelbesitzer auf einen natürlichen Fluss aufmerksam, der das heiße Thermalwasser des Vulkans genauso brachte, nur die künstliche Anlage fehlte! Wir nutzten den, am Anfang doch als normal erscheinden Fluss dann für 2 Stunden für ein heißes Bad aus! Enstpanung pur auch ohne Spa & Wellnesimage!
Der besuch des Nationalparkes des Vulkans musste dann leider ausfallen, da sich eine Wanderung bei Nebel und Regen wohl kaum gelohnt hätte, sodass wir nach 5 Stunden fahrt wieder zuhause in San Jose angekommen waren!
Zum schluss kann ich nur sagen, dass die Reise durch den sehenswerten Norden von Costa Rica sich absolut gelohnt hat, auch wenn ich am Ende, dann doch über warmes Duschwasser am Morgen, warmes Essen am Mittag, saubere Kleidung den Tag über und meiner bequemen Matratze am Abend mich dann doch ein bisschen gefreut hab!
Am Samstag wird es dann weiter an die Karibik gehen wonach ihr euch dann wieder über einen kleinen Blogeintrag freuen könnt!
Ein ganz herzliches !Pura Vida! aus dem mittlerweile echt sonnig- heißem Costa Rica und viele Liebe Grüße ins eisig kalte Deutschland!
Mo